Transformation Labs – Königs- oder Irrweg des Wandels

Ob große Konzerne die Transformation hinkriegen, ist fraglich. Sie schaffen Transformation Labs: Da wird die Kultur outgesourced in eigene Einheiten, während der Rest in der alten militärischen Logik weiter operiert.“

sagte Thomas Sattelberger, derzeit wohl einer der bekanntesten deutschen Personaler im (Un)Ruhestand und INQA-Themenbotschafter für Personalführung, in der Podiumsdiskussion „Management by Hashtag“ auf der diesjährigen Zukunft Personal.

Die Transformation mit Hilfe so genannter Transformation Labs, Innovation Labs, Inkubatoren oder Hubs ist ein spannendes Themenfeld. Viele große Konzerne, darunter Daimler, die Deutsche Bank oder auch Rewe haben inzwischen solche „Spielwiesen“ gegründet. In kleinen Einheiten kann sich dort ein ausgewählter Kreis von Mitarbeitern frei vom Ballast des restlichen Konzerns mit seinem „Eisernen Käfig“ aus Regularien und Interessenlagen austoben und etwas neues schaffen und das in engem Kontakt zu Start-Ups.

Für die einen ist es der Königsweg der Transformation. Es sei gar nicht möglich, den großen Tanker der „Old Company“ schnell auf neuen Kurs zu bringen. Dazu sind die Wege viel zu eingefahren und die Kultur zu starr. Statt dessen gilt es Impulse für eine neue Kultur, neue Geschäftsideen und neue Strukturen in einer „New Company“, eben dem Transformation Lab zu setzen und dann in den Konzern überschwappen zu lassen.

Für Thomas Sattelberger ist das offenbar ein Irrweg, obwohl die Telekom ja gerade in seiner Zeit als Personalvorstand mit dem Hub:raum in Berlin selbst in diese Richtung gegangen ist.

Was meint ihr? Sind Transformation Labs ein geeigneter Weg, um die Kultur in etablierten Konzernen schnell und effizient zu verändern? Das wäre doch eine spannenden Sessions für das Corporate Culture Camp – am besten mit Beteiligung aus Konzernen und Labs.

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Personalentwickler, don´t fuck up the culture!

Also, liebe Personalentwickler, Learning&Development-Specialists, Trainingsmanager oder Schulungsorganistoren – kennt ihr die Kultur Eures Unternehmens und bindet sie in Eure Trainingsüberlegungen ein?

Ich kann sie regelrecht hören, die Stimmen: „Ja, klar – natürlich richten wir uns nach der Unternehmenskultur, wenn wir Seminare buchen oder Trainer einkaufen. Sonst noch was? Wir haben genug Themen um die Ohren, jetzt kommt mir bitte nicht noch mit dem (esoterischen) (Orichideen-)thema.

Doch wer von Euch vordenkt, muss nicht lange nachdenken! Unternehmenskultur ist das große Thema, nicht nur in der Personalentwicklung. Nein, kein neuer Trend. Das war schon immer so!

Eure Kultur macht Eure Entwicklungsangebote im Unternehmen, prägt den Ablauf Eurer Workshops und Trainings, und gibt den Umgang mit Online-Medien in Eurem Unternehmen vor.
Und gleichzeitig prägen all diese Aktivitäten Eure Kultur. Sie erzeugen Interaktion, die kulturprägend sind oder zumindest sein können. Und dort liegt das Potenzial für Euer Unternehmen: ihr gestaltet permanent die Unternehmenskultur, ob ihr das wollt oder nicht! Ob Euch das bewusst ist oder nicht!

Im der ersten Woche des #cl20 MOOC wurde eindrucksvoll gezeigt: In 80% der Unternehmen der Teilnehmer wandelt sich das Business gerade stark, da muss sich der Bildungsbereich ranhalten, um dabei zu bleiben.
Doch in nur 40% der Unternehmen hat sich der Bildungsbereich erst einmal damit beschäftigt (Achtung! Das sind alles Teilnehmer eines MOOCs, ein per se schon innovatives Format!).
Nur in 9% der Unternehmen fühlen sich die Personalentwickler fit für diese Aufgabe!

Also, die Luft wird dünn! Und Unternehmenskultur wird in Zukunft eine (noch viel stärkere) Schlüsselrolle spielen.
Wer Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufbauen möchte (bzw. sie darin unterstützen, diese aufzubauen), wird mit Standardrezepten und Standard-Trainings nicht weiterkommen. Auch wenn uns das die Dienstleister immer wieder in salbungsvollen Worten versprechen.

Und hier, liebe Vordenker und Vormacher, kommt Eure Gelegenheit: Am CorporateCultureCamp könnte es auch um genau diese Themen gehen, wenn ihr das wollt!

Wir brauchen also viel mehr Lösungen, die zu unserer Kultur passen und von und in der Kultur des Unternehmens umgesetzt werden können. Und gleichzeitig braucht es mutige Initiativen der Personalentwicklung, um die Kultur des Unternehmens laufend zu pflegen und auch weiterzubringen.

eLearning, eTeaching, eTraining – und wo bleibt der Mensch?

Technikeinsatz im Bildungsbereich wird seit Jahren als DIE Lösung für zukünftiges Lernen beschrieben.
Doch warum doktern wir damit seit Jahrzehnten herum und kriegen es nicht wirklich ins Laufen? Weil die Technik oft implementiert wird, die Kultur aber dabei unberücksichtigt bleibt. Damit bleiben sie Angebote verordnete Fremdkörper – egal ob es um die nötige Zeit, ein attraktives Marketing für die Inhalte, oder eine konsequente Anbindung an den Alltag geht.
Offen bleiben die Fragen: Wir bereiten wir die Organisation und die Kolleginnen und Kollegen auf diese neue Kultur der Zusammenarbeit und des Lernens vor? Wie können wir diese (Kultur-)entwicklung begleiten? Und was können wir jetzt schon dafür tun?

Lerntransfer – ohne (Führungs-)Kultur geht gar nichts!

Das beste Konzept für einen Lerntransfer mit klaren Zielsetzungen und Vereinbarungen hilft nichts, wenn die Führungskultur dies nicht in sich trägt. Dann bleibt es kalte Pflichtübung, wenn es denn überhaupt gemacht wird.
Die Fragen, die sich dann rasch stellen, passen wunderbar auf der CoporateCultureCamp: Doch wie bringt man diese Aspekte in eine neue Führungskultur? Wie gewinnt man das Management dazu? Und mit welchen Zeichen und (non-verbalen) Botschaften kann man dazu arbeiten?

Der Personalentwickler als Kulturmanager?

Ja, möglicherweise. Und damit sind wir viel stärker an der Visions- und Strategiearbeit des Unternehmens dran, also wir es bisher nur erträumen.
Und wer weiß, vielleicht sind wir dann wirklich mal Seelsorger für eine zukunftsorientierte Unternehmenskultur?

Seid ihr bereit? Finden wir es heraus, am CorporateCultureCamp am 5. und 6. November 2015 in Hamburg.

 

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In die Zukunft – nur mit Kultur!

Industrie 4.0 … in aller Munde

Ganz HR redet derzeit von New Work, Industrie 4.0 und Digitalisierung. Na ja, wahrscheinlich nicht ganz HR – auch in dieser Profession gibt es immer noch einige Vertreter, die der Ansicht sind, dass mit einem beherzten „Weiter so!“ die Methoden und Rezepte der Vergangenheit auch in Zukunft noch zum Erfolg führen werden. Wie der Kölner sagt, „et hät noch immer joot jejange!“.

Aber es ist doch immerhin ein großer Teil der Praktiker und Vordenker aus unseren Personalabteilungen, die sich mit diesen Themen beschäftigen. Und nicht nur Personaler, auch die Kanzlerin, die Arbeitsministerin, wissenschaftliche Beiräte, Professoren und und und.

Die ganze Fachmesse „Zukunft Personal“ vor zwei Wochen in Köln stand unter diesem Motto. Alle suchen Antworten auf die Fragen, wie wir in Zukunft arbeiten werden, wer überhaupt noch Arbeit haben wird und was das alles mit uns macht.

The answer is blowing…

Auch wenn es auf der Messe, wie der redaktionelle Nachbericht zeigt, einige Ansätze zur Lösung der anstehenden Probleme gab, haben sehr viele Teilnehmer die richtigen Antworten doch vermisst. Nicht nur beim Persoblogger, auch auch Twitter machte sich schon nach dem ersten Messetag bei einigen Besuchern Ernüchterung breit:

Und wahrscheinlich ist es wirklich so: Die Antworten auf die Fragen zur Zukunft der Arbeit hat noch niemand (und wer sie hätte, würde sie sehr teuer verkaufen). Aber wir können uns gemeinsam auf die Suche nach den Antworten machen – nicht unbedingt auf einer Massenveranstaltung wie im September in Köln, aber im kleineren Kreis, im intensiven Austausch auf dem Corporate Culture Camp im November in Hamburg.

Die Kultur macht die Musik

Denn für uns ist eines klar, alle Antworten auf die hier  gestellten Fragen hängen mit der Kultur der Unternehmen zusammen, in denen wir morgen arbeiten werden. Die Technik ist ein Auslöser, ein Motor, ein Enabler – nicht weniger, aber auch nicht mehr! Letztendlich schafft sie aber nur Rahmenbedingungen, in denen sich eine neue Kultur entwickeln kann – oder eben auch nicht. Und wenn Veränderungen scheitern, dann liegt das in der Regel nicht daran, dass es mit der Technik nicht stimmte, sondern daran dass sich die Kultur nicht im gleichen Tempo verändert hat und dass die Mitarbeiter die Technik nicht angenommen haben.

Wir sind überzeugt, dass die Kultur künftig entscheidenden Einfluss darauf haben wird, ob ein Unternehmen die richtigen Mitarbeiter gewinnen und binden kann. Ob diese Mitarbeiter schnell und flexibel auf sich immer schneller verändernde Umwelt reagieren und die aktiv gestalten können und damit letztendlich, ob das Unternehmen erfolgreich bestehen oder von der Bildfläche verschwinden wird.

Gemeinsam suchen statt Patentrezepte erwarten

Deshalb wollen wir gemeinsam mit euch nach Antworten suchen – jeder bringt Ideen und Ansätze mit und teilt sie mit den anderen. Dann werden wir am Ende der zwei Tage zwar nicht die Lösung haben – aber jeder kann etwas mitnehmen, das ihn in seinem Unternehmen der Lösung ein Stück näher bringt.

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