Jugendkultur: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!?

Die neuen Generationen drängen in die Unternehmen und zwingen uns zu einer neuen Unternehmenskultur! Also los, lasst uns unsere Kulturen danach anpassen: jedenfalls auf die Generation Y – und für die ganz schnellen – gleich auch auf die Generation Z !

Doch halt! Wer das fordert, wird gnadenlos scheitern! Warum?

  1. Die Generationen, die oftmals beweint oder befeiert werden, gibt es in Wirklichkeit gar nicht!
    Die Generation Y wird vielerorts in den schillerndsten Farben beschrieben, kann aber von Studien in der Realität so nicht ausgemacht werden. Die gerade veröffentlichte Shell-Jugendstudie unterschiedet vier „Typen“, andere Studien noch mehr solcher „Kulturgruppen“.
    Selbst Professor Scholz mit seiner Prognose der Generation Z bleibt (als Wissenschafter!!!) empirische Beweise dafür schuldig. Eine nähere Betrachtung der Generationenfrage habe ich erst unlängst gebloggt.
  2. Es ist wohl auch keine gute Idee, eine (vermeintlich existierende) Zielgruppe am Markt herausnehmen und sie zum Ideal einer internen kulturellen Veränderung zu machen.
    Warum sollten die, die bereits hier arbeiten und die existierende Kultur leben (und damit fortschreiben), genau diese an nun anders leben, weil es extern so gelebt wird? Wie genau soll das gelebt werden und vor allem warum? Nein, Wandel muss immer von innen kommen!
  3. Kultur wird außerdem nicht von einzelnen gemacht, sondern entsteht immer wieder neu in der Interaktion miteinander. Vieles davon ist uns nicht mal bewusst.
    Für eine Kulturentwicklung in die Richtung Y und Z müssten wir die Vertreter der GenY und GenZ in entsprechender Anzahl in die Unternehmen bringen. Komisch, dass das nicht aufzugehen scheint; denn dort sind ja schon sehr viele – aber eben nicht so eindimensional wie vielerorts beschreiben (siehe dazu wieder Punkt 1.!).

Wer eine erfolgreichen kulturellen Wandel oder einfach nur eine zukunftsorientierte Kulturpflege im Unternehmen betreiben möchte (oder muss), muss immer intern ansetzen.
Das bedeutet, der Entwicklung der eigenen, tagtäglich immer wieder neu-entstehenden Kultur Raum für neue „Spielarten“ zu geben und diese (z.B. über Vorbildwirkung) weiter zu verstärken.
Entwicklung heißt in diesem Zusammenhang auch „Ergebnisoffenheit“ – mit (eventuell SMART-formulierten) Zielen kommen wir da nicht weiter.
Die eigene Kultur im Unternehmen ist im Alltag viel zu kraftvoll – und damit auch resistent gegen „von außen“ gewünschte Ideale.

Aber genau diese Ergebnisoffenheit bringt auch manchmal Unerwartetes, Überraschendes oder noch viel Besseres (als die SMARTen Zielbilder) hervor. Man muss die Entwicklung nur zulassen und sanft pflegen.
Diese so „entwickelte“ Kultur entfaltet nicht nur ihre ganze Kraft als Orientierung, Sicherheit und Motivation im Unternehmen, sondern ist auch die Basis für weitere Entwicklungen.

Mit einer sich permanent entwickelnden Kultur ziehen Sie genau die Mitarbeiter an, die zu Ihrer Kultur passen und halten die Mitarbeiter, die Ihre Kultur weiterbringen – egal ob Gen Y, Gen Z.
Damit bleiben Sie auf Ihrem, einzigartigen Weg, und haben die besten Voraussetzungen für alle geschaffen. Denn: wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit!

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